ADS und ADHS bei Kindern

Gepostet am 25. Apr 2018 in der Kategorie Eltern-ABC


Im letzten Eltern ABC thematisierten wir vorwiegend das Thema Beissen und im allgemeinen aggressive Verhaltensweisen bei Kindern. Im heutigen Eltern ABC möchte ich wieder auf das Oberthema „Kinder mit Auffälligem Verhalten“ eingehen. Wir betrachten näher worunter ADS und ADHS  erkrankte Kinder leiden und wie wir diese Kinder im Alltag unterstützen können. Da es ein komplexes Thema ist, teilen wir dies in zwei Eltern ABC Beiträge auf. Heute gehen wir näher auf die eher bekanntere ADHS Erkrankung ein und im nächsten Beitrag auf ADS. 

Die Krankheiten ADHS (Aufmeksamkeits- Defizit mit Hyperaktivitäts- Syndrom) und ADS (Aufmerksamkeits- Defizit- Syndrom) haben teilweise unterschiedliche Symptome, vor allem aber verschiedene Auswirkungen. Was ist aber nun ADHS und ADS und was ist der Unterschied? Im Wesentlichen besteht der Unterschied zwischen ADHS und ADS darin, dass bei ADHS zu den Symptomen Unaufmerksamkeit und Impulsivität noch die Hyperaktivität hinzu kommt. Aus diesem Grund werden Kinder mit ADHS als „zappelig“ wahrgenommen, Kinder mit ADS erscheinen hingegen eher verträumt und in sich gekehrt. ADHS wie auch ADS ist eine Aufmerksamkeitsstörung.

Aufmerksamkeit ist die Grundvoraussetzung für eine gute und gezielte Informationsgewinnung und für die Verarbeitung von Informationen. Bei gestörter Aufmerksamkeit bleiben Wahrnehmungen ungenau, Lernvorgänge werden behindert und ein angemessenes Reagieren auf Reize von innen und aussen, Körper und Umwelt ist nicht möglich.

ADHS:  Ist gekennzeichnet durch drei Kernsymptome: Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit und Impulsivität. Um ADHS handelt es sich nur, wenn alle drei Symptome auftreten, und zwar in mindestens zwei Lebensbereichen (Kita, Schule, Kindergarten, Zuhause, in der Freizeitbeschäftigung usw.), sowie eindeutige Anzeichen einer Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Leistungsfähigkeiten zutrifft. Die Merkmale einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung sind Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die Konzentration erfordern, und/oder unkontrollierte und überschiessende Aktivität und Impulsivität.

Hyperaktivität

  • unkontrollierte und überschiessende Aktivität
  • Nicht ruhig sitzen
  • Rutschen auf dem Stuhl herum
  • Klettern und laufen in unpassenden Situationen herum
  • Können nicht ruhig einer Freizeitbeschäftigung nachgehen
  • Sie scheinen immer auf „Achse“ oder „getrieben“ zu sein

Hyperaktive Kinder im Vorschulalter sind im Vergleich mit normal aktiven Kindern ständig unterwegs, springen und klettern auf Möbel, laufen durchs Haus, anstatt einmal sitzen zu bleiben und können im Kindergarten an sitzenden Aktivitäten nur schwer teilnehmen. Schulkinder zeigen ähnliche Verhaltensweisen, aber weniger ausgeprägt als Vorschulkinder. Schulkinder haben Schwierigkeiten, ruhig zu sitzen, sie stehen häufig auf und spielen mit Gegenständen.

Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die Konzentration erfordern

Die Betroffenen sind in schulischen oder sozialen Situationen „unfähig“, Einzelheiten zu beachten, sie machen Flüchtigkeitsfehler.

  • Arbeit ist nachlässig und unordentlich
  • Schwierigkeiten bei der Durchführung von Aufgaben
  • Schwierigkeit konzentriert bei einem Spiel zu bleiben
  • Beginnen eine Aufgabe, bringen sie aber nicht zu Ende
  • Kinder vermeiden Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit für einen längeren Zeitraum erfordern
  • Kinder sind leicht von unbedeutenden Reizen ablenkbar
  • Kinder können sich nicht auf das Gespräch konzentrieren, wechseln oft das Gesprächsthema.

Impulsivität

Impulsivität zeigt sich als Ungeduld, eigene Reaktionen zurückzuhalten. Impulsive Menschen können nur schwer abwarten, bis ihre Antwort gefragt ist oder bis sie an der Reihe sind, deshalb unterbrechen sie andere oft.

Verlauf der Störung:

ADHS zieht sich wie ein Roter Faden durch das Leben der Betroffenen. Erste Anzeichen lassen sich bereits im Säuglingsalter erkennen:

  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Ernährungsschwierigkeiten

Im Kindergartenalter fallen die Kinder durch ausgesprochene „Lebhaftigkeit“ auf:

  • können sich nicht mit einer Aufgabe beschäftigen
  • Toben oft

Kinder mit ADHS verletzen sich häufiger, da sie Risiken offenbar schlechter einschätzen können als andere Kinder. Die Symptomatik verschärft sich deutlich mit dem Schulbeginn. In der Schule werden Anforderungen in Bezug auf Konzentration und Stillsitzen verlangt. Während die Kernsymptome Impulsivität und Aufmerksamkeitsdefizit meist bestehen bleiben, nimmt bei einigen Jugendlichen die Hyperaktivität ab.

Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Es bedarf einer sorgfältigen und anhaltenden Beobachtung, um herauszufinden, ob es sich bei dem oben beschriebenen Verhalten um die Kernsymptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt, die als Störung gewertet wird und behandelt werden muss. ADHS kann nur von einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie diagnostiziert werden.

Ursachen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung

Bei einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung handelt es sich wie schon genannt um eine Störung der Wahrnehmung. Wir nehmen ständig eine Vielzahl von Reizen wahr. Um nicht mit Reizen überflutet zu werden, muss eine Auswahl getroffen werden. Dieser Prozess läuft normalerweise automatisch und sehr schnell ab. ADHS- Kindern gelingt diese Auswahl nicht, sie nehmen mehr Reize auf, als sie verarbeiten können. Es wird eine Flut von Informationen an das Gehirn gesendet, die oft auch noch ungenau und bruchstückhaft sind.

Im Gehirn werden die wahrgenommenen Reize verarbeitet, je besser die Vorbereitung ist, also die Auswahl von Reizen, desto besser gelingt deren Verarbeitung. Bei ADHS Kindern ist dieser Prozess beeinträchtigt. Ist die Verarbeitung beeinträchtigt, können Reaktionen nicht geplant werden, nicht zielgerichtet sein. Kinder mit ADHS handeln deshalb impulsiv, ohne Überlegung. Durch unangemessene Reaktionen kommt es immer wieder zu Misserfolgen und damit zu Motivationsverlust. Auf Dauer leidet das Selbstwertgefühl dieser Kinder.

Soziale Ursachen spielen keine Rolle bei der Entstehung von ADHS. Sie haben aber Bedeutung für die Ausprägung und den Verlauf. Ungünstige Faktoren sind z.B. Ungeduld, Tadel oder Sanktionen. Sie verbessern das Verhalten meist nicht, sondern bewirken das Gegenteil.

Häufige Folgeprobleme

  • Hyperaktive Kinder und Jugendliche haben grössere Schwierigkeiten als andere Kinder, Aufgaben in Kindergarten und Schule konzentriert und genau auszuführen.
  • Die Kinder versuchen, das entstandene Minderwertigkeitsgefühl durch aggressives draufgängerisches Verhalten oder durch die Rolle des Klassenclowns auszugleichen.
  • Die Gefahr besteht, dass sich die Kinder und Jugendlichen ausserhalb der Gruppe, Familie oder Schulklasse ein Feld suchen, indem sie Erfolg haben (Diebstähle, Sachbeschädigung, Aggressivität)
  • Gewalt gegen sich selbst.
  • Eltern und Erzieherinnen fühlen sich schnell überfordert

Umgang mit hypermotorischen Kindern und mit Kindern, bei denen der Verdacht einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht

  • Das Kind erfahren lassen, dass es so, wie es ist, geliebt und angenommen wird
  • Dem Kind helfen, eigene Wünsche zu formulieren
  • Mit dem Kind üben, nicht sofort zu reagieren, sondern zu warten
  • Zusammen mit dem Kind seine Stärken herausfinden und diese fördern
  • Den Lernzuwachs rückmelden, zusammen das nächste Lernziel formulieren
  • Darauf achten, dass das Kind wahrnimmt, was gesagt wurde (z.B. durch nachfragen: „Wiederhol bitte, was ich gesagt habe.“) Wahrnehmung fördern
  • Konsequent sein durch klare Regeln und eindeutige Signale
  • Positives Verhalten verstärken
  • Kein Vergleich mit Geschwistern
  • Dem Kind ein ruhiges Umfeld mit Routine und Struktur bieten
  • Eine ruhige und störungsfreie Umgebung schaffen
  • Klare Strukturen geben

Kinder mit verdacht auf  ADHS oder mit ADHS brauchen dringend das Gefühl von seiner Umwelt, seinen Eltern und Erziehern so geliebt und akzeptiert zu werden wie es ist. Beim Verdacht auf ADHS ist es wichtig,im täglichen Umgang mit dem Kind genau hinzuschauen und sein Verhalten über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Weiter ist zu beachten, das nicht alle Kinder die „zappelig“ sind, gleich ADHS haben. Kinder haben von Natur aus eine gewisse Energie 🙂

Nun wünschen wir euch entspannte Stunden mit euren Kindern und freuen uns auf den nächsten Eltern ABC Beitrag, wenn wir euch ADS näher bringen dürfen. 

 


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Team Protected Child

(Copyright Bild: www.google.ch)

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Autorin: Nicole

25. Apr 2018

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