Aspiration beim Kind

Gepostet am 25. Nov 2017 in der Kategorie Eltern-ABC


Im heutigen Eltern ABC möchten wir das Thema Aspiration (Verschlucken) beim Kind näher betrachten. Der erste Schnee ist an den meisten Orten gefallen und es wird nun wirklich Winter. Der Dezember steht vor der Tür und damit auch schon bald der Sankt Nikolaustag. Gewöhnlich werden am und um den 6. Dezember viele Spanische Nüsse (Erdnüsse)  gegessen. Wie schnell geht es, und ein Kind aspiriert ein Nüsschen? Somit wollen wir euch heute näher bringen, wie man sich verhalten soll wenn ein Kind etwas aspiriert.

Wenn ein Fremdkörper in die Luftwege gelangt, reagiert das Kind sofort, indem es hustet, um den Fremdkörper auszustossen. Dieses husten ist sehr wichtig, er ist in den meisten Fällen sicherer als  jedes Rettungsmanöver. Also, fordert eure Kinder auf zum Husten, wenn sie etwas aspiriert haben. Wenn das Husten jedoch ausbleibt oder erfolglos ist und der Fremdkörper die Atemwege vollständig versperrt, ist das Kind schnell vom Ersticken bedroht.

Wenn dies der Fall ist, muss schnell und sicher Hilfe erfolgen. Die meisten Erstickungsunfälle von Säuglingen und Kindern geschehen beim Spielen oder Essen. In den meisten Fällen ist das Kind beaufsichtigt oder ist die Betreuungsperson nicht weit davon entfernt und bekommt die Symptome mit, welche ein Kind zutage legt, wenn es einen Fremdkörper aspiriert hat.

Symptome

  • Plötzliches Würgen, Keuchen und/oder Husten
  • Deutliches Atemgeräusch beim Ein-und Ausatmen
  • Atemnot
  • Kleinkinder umgreifen evtl. den Hals mit den Händen
  • Panik
  • Können nicht mehr schreien und sprechen
  • Blauverfärbung der Lippen und der Haut

Erste Hilfe 

Sicherheit ist das Wichtigste: der Retter darf sich nicht selbst in Gefahr bringen und muss die sicherste Vorgehensweise für das erstickende Kind wählen. Wenn das Kind effektiv hustet, ist kein Eingriff durch Aussenstehende erforderlich. Das Kind soll ermuntert werden weiter zu husten. Es muss stetig überwacht werden. Wenn das Kind nicht mehr hustet, stellet fest, ob das Kind noch bei Bewusstsein ist.

Säugling:                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

Falls der Säugling noch bei Bewusstsein ist, werden Schläge zwischen die Schulterblätter ausgeführt. Sollte dies keine Befreiung der Atemwege bewirken, führt man bei Säuglingen Thoraxkompressionen durch. Dabei entsteht eine Art künstlicher Husteneffekt, der den Druck im Brustkorb erhöht und zum Ausstoss des Fremkörpers führt.

Beim Säugling werden die Schläge zwischen die Schulterblätter folgendermassen ausgeführt:

  • Der Säugling wird mit dem Kopf nach unten in Bauchlage gehalten, damit die Schwerkraft zur Entfernung des Fremdkörpers beitragen kann.
  • Im Sitzen oder Knien sollte der Retter in der Lage sein, den Säugling sicher auf dem Schoss zu halten.
  • Der Kopf des Säuglings wird gestützt, indem der Daumen der einen Hand auf den Winkel des Unterkiefers gelegt wird und ein oder zwei Finger derselben Hand auf den gleichen Punkt auf der anderen Seite des Kiefers.
  • Es ist darauf zu achten, keinen Druck auf das Weichteilgewebe unter dem Kinn des Säuglings auszuüben; hierdurch würde die Atemnot noch verstärkt.
  • Nun werden bis zu fünf scharfe Schläge mit dem Handballen in die Rückenmitte zwischen die Schulterblätter gegeben.
  • Es ist das Ziel jedes Schlags, die Verengung zu beseitigen; es geht nicht darum, alle fünf Schläge zu vollenden

Thoraxkompressionen für Säuglinge

  • Der Säugling wird in Rückenlage mit dem Kopf nach unten gebracht. Um diese Position sicher zu halten, wird der freie Arm unter den Rücken des Säuglings gelegt und die Hand um den Hinterkopf.
  • Der Säugling wird auf diese Weise durch den Arm geschützt auf dem Oberschenkel des Helfers gelagert.
  • Der Punkt für die Herzdruckmassage wird aufgesucht.
  • Nun werden fünf Thoraxkompressionen gegeben; ähnlich wie bei der Herzdruckmassage, jedoch ruckartiger und mit grösserem Abstand.

Kind:                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

Wenn das Kind (ab einem Jahr) noch bei Bewusstsein ist, jedoch nicht oder nur ineffektiv hustet, wird das Heimlich-Manöver angewendet.  Der Helfer kniet oder steht hinter das Kind.

  • Die Arme des Helfers werden unter den Armen des Kindes durchgeführt und um den Rumpf des Kindes gelegt.
  • Nun wird eine Faust geballt und zwischen Bauchnabel und Schwertfortsatz gelegt.
  • Der Helfer umfasst seine Faust mit der anderen Hand und zieht ruckartig nach innen und oben.
  • Dieses Manöver wird bis zu fünfmal wiederholt.
  • Es ist darauf zu achten dabei keinen Druck auf den Schwertfortsatz oder den unteren Brustkorb auszuüben; hierdurch könnten Verletzungen des Bauches hervorgerufen werden.

Wenn der Fremdkörper immer noch nicht ausgestossen wurde und das Kind noch bei Bewusstsein ist, wird die Abfolge von Schlägen zwischen die Schulterblätter und Thoraxkompressionen bei Säuglingen bzw. Heimlich-Manöver bei Kindern fortgesetzt. Das Kind darf in dieser Situation nicht allein gelassen werden. Wenn der Fremdkörper ausgestossen wurde, soll das Kind beim Arzt untersucht werden: es ist möglich, dass ein Teil des Fremdkörpers in den Atemwegen verblieben ist und später Komplikationen verursacht.

Kind mit Fremdkörperaspiration ist bewusstlos:

Wenn das Kind nach der Fremdkörperaspiration bewusstlos ist oder wird, legt man es auf eine feste, ebene Oberfläche. Wenn noch keine Hilfe da ist, muss alarmiert werden. Ein Kind ist in dieser Phase nie alleine zu lassen. Das Vorgehen ist folgendermassen:

Der Mund des Kindes wird geöffnet und es wird nach Fremdkörpern darin gesucht. Wenn ein Fremdkörper zu sehen ist, versucht man ihn mit einem einzigen Fingerstrich auszuwischen. Es darf nicht  versucht werden blind oder wiederholt den Fremdkörper mit dem Finger zu befreien; der Fremdkörper könnte dadurch noch tiefer in den Rachen gelangen und Verletzungen hervorrufen.

Bei Ausbleiben des Erfolgs, mit der Thoraxkompression beginnen. 5 Kompressionen durchführen, kontrollieren ob ein Gegenstand herausgekommen ist. Wen nein, nochmals 5 Kompressionen. Diesen Vorgang noch 2 – 3 mal wiederholen. Wenn kein Erfolg Herzmassage ohne Unterbruch durchführen.

Wenn das Kind das Bewusstsein wiedererlangt und spontan wirkungsvoll atmet, bringt man es in eine sichere Seitenlage und überwacht seine Atmung und sein Bewusstsein, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Quelle: Schule für Lebensrettung / Schweizerischer Sameriterbund

Nun wünschen wir euch einen guten Start in die baldige „Nüsslizeit“ ohne Notfallsituationen und eine schöne Adventszeit, wenn es soweit ist!

 


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Team Protected Child

(Copyright Bild: www.google.ch)

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Autorin: Nicole

25. Nov 2017

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