Begleitetes Besuchsrecht

Gepostet am 8. Dez 2016 in der Kategorie Eltern-ABC


Im heutigen Eltern ABC möchten wir uns einem sehr heiklen Thema widmen, dass einige Familien in der Schweiz betrifft.

Das begleitete Besuchsrecht.

Das begleitete Besuchsrecht kann verfügt werden, wenn die Situation zwischen den Eltern einen regelmässigen Kindesbesuch unmöglich macht, da heftige Auseinandersetzungen zwischen den Eltern, je nachdem mit dramatischen Wendungen, stattfinden, so dass eine normale Kommunikation zwischen den Eltern fast schon unmöglich ist. Die Emotionen überschlagen sich oft mit Schuldzuweisungen und Beschimpfungen bis zu Handgreiflichkeiten, zum Teil auch vor dem Kind.

Es kommt oft zum Kontraktbruch, da der Kontakt zum Kind erschwert wird oder die Besuchstage nicht eingehalten werden oder sich allgemein nicht um das Kind bemüht wird, weil auch die Beziehung in die Brüche gegangen ist. Es werden immer Gründe genannt, warum ein Besuch nicht möglich ist und es ist die Aufgabe vom Beistand eine eingehende Abklärung, mit einer sorgfältigen Interessenabwägung, durchzuführen, die neutral ist und dem Kindeswohl dient. Es muss entschieden werden ob ein normales Besuchsrecht möglich ist oder ein begleitetes Besuchsrecht stattfinden muss, um weitere Abklärungen zu treffen. Das begleitete Besuchsrecht als solches muss verhältnismässig sein und ein Sozialarbeiter/in wird dazu von der KESB beauftragt, zwischen den Eltern zu vermitteln, damit das Besuchsrecht in einer optimaleren Form stattfinden kann. Hier sprechen wir von einer Beistandschaft, die/der das Kindeswohl vertritt.

Es gibt zwischen den Eltern oft diverse Krisensituationen zu entschärfen und Ängste abzubauen. Es benötigt weitere Hilfestellungen für eine Verbesserung der Eltern–Kind Beziehung und auch um zwischen den Eltern zu vermitteln, was oft eine Herausforderung ist. In der Regel findet das begleitende Besuchsrecht alle 14 Tage ca. 3 Stunden statt. Das Kind wird gebracht und selber geht man wieder. Danach holt man das Kind wieder ab. Freunde und Verwandte haben keinen Zutritt, da es im geschützten Rahmen stattfindet. Damit sich die Eltern nicht treffen wird oft der eine Elternteil  15 Min. vorher herbestellt und der andere Elternteil 15 Min. später. Bei dem begleitenden Besuchsrecht ist man mit weiteren 10–15 Müttern und Vätern zusammen und die Kinder sind in verschiedenen Altern.

Es sind immer bei beiden Ängste vorhanden, da auch das Vertrauen zerbrochen ist und man nicht mehr fähig ist auf sachlicher Ebene zu bleiben. Die persönliche Wut aufeinander übernimmt gerne Oberhand und das Wohl des Kindes gerät damit in den Hintergrund. Beide Eltern vertreten den Standpunkt, dass sie um das Kindeswohl besorgt sind, kommen aber einfach nicht auf einen gemeinsamen Nenner, da jede Diskussion in Streit oder Vorwürfen endet. Das Kind fühlt sich durch solche Situationen verunsichert und bei sehr lauten Streitereien hat es auch Angst. Einige Eltern manipulieren Ihre Kinder auch, damit Sie ein negatives Bild vom anderem Elternteil haben und sich klar für Ihre Seite entscheiden. Die Gefühlswelt des Kindes gerät damit komplett durcheinander und es entwickeln sich Verlustängste und Entfremdung, was auch die Entwicklung beeinflusst oder den Bezug zu Männern oder Frauen negativ beeinflussen kann. Es gibt auch Eltern die emotional daran zerbrechen und sich damit alleine gelassen fühlen. Andere sehen darin eine Strafe, die Ihre Wut noch steigert. Beide Varianten sind aber für das Kind nicht förderlich und schliesslich dreht sich das Ganze in einer Spirale, aus der man fast nicht mehr herausfindet.

Ganz ehrlich gesagt ist die Arbeit eines Beistandes nicht zu beneiden, denn hier ist absolute Neutralität gefragt, um dem Kindeswohl gerecht zu werden. Diese Aufgabe ist für keinen einfach nur ein Job, denn die Beistände (Sozialarbeiter) tragen hier eine unglaubliche Verantwortung, um zwischen den Eltern zu vermitteln, was einem Spagat gleich kommt. Gerade bei Kindern zwischen 0-4 Jahren ist es sehr schwer, da sie mehr wahrnehmen als man denkt.

Ein Besuch unter Aufsicht einer Begleitperson hat nicht denselben Wert wie ein unbegleiteter Besuch, der in der Regel ungezwungener erfolgt. Im Rahmen der überwachten Besuchskontakte wird es dem besuchsberechtigten Elternteil erschwert, zum Kind eine vertiefte Beziehung aufzubauen. Gerade bei einem 3 Monate–2-Jährigen Kind ist das sehr schwer, wenn es absolut keinen Bezug zu einem Elternteil hatte und plötzlich fremde Menschen und eine fremde Umgebung um sich hat.

Einige Kinder regieren mit panischem Schreien, da sie nur eine Bezugsperson kennen, weil in den meisten Fällen, die Mutter Ihren Schutzinstinkt so massiv aufbaut, dass sie die Kontrolle nicht abgeben kann. Der Vater fühlt sich unter diesen Umständen natürlich auch sehr unwohl und durch die Kontrolle wie er nun damit umgeht, ist für ihn sehr demütigend. Natürlich ist man dann in so einer Situation mit dem Kind gehemmt und verunsichert, was dann die Wut auf den Ex-Partner nicht gerade mildert, sondern im Gegenteil noch mehr entfacht.

Genau hier möchten wir uns mit unserem Projekt «begleitetes Besuchsrecht» einbringen. Wir setzen hierbei auf eine 1 zu 1 Betreuung und bauen es langsam aus. Unser Ziel ist, dass die Eltern zur Ruhe kommen und ihren persönlichen Kleinkrieg nicht auf dem Rücken des Kindes austragen. Sie bauen eine neue Basis auf, mit dem Fokus «Kind» und in kleinen Schritten wird ein Vertrauen aufgebaut, damit eine normale und sachliche Kommunikation entstehen kann, die frei von emotionalen Ausbrüchen ist. Somit gelingt es eine positive Situation zu erschaffen, die dort ansetzt wo es nötig ist, um ein geborgenes Umfeld zu bieten, wo sich alle wohlfühlen und das Kind eine Beziehung zu beiden Eltern gleichermassen aufbauen kann. Das Kind kann an einem neutralen Ort positive Eindrücke gewinnen, wo es zum Beispiel auch mal, mit beiden Eltern, seinen Geburtstag feiern kann.


Wir freuen uns über ein Feedback und ein LIKE auf unserer Homepage www.protectedchild.ch sowie auf unserer Facebook-Fanseite. Zudem gibt es unsere Facebook-Gruppe «Protected Child Community», wo ihr alle unsere Beiträge nachlesen und euch darüber austauschen könnt.

Team Protected Child

(Copyright Bild: www.pixabay.com)

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Autorin: Erika

8. Dez 2016

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