Der innere Bonsai

Gepostet am 28. Aug 2016 in der Kategorie Weekend


 

Der innere Bonsai – Teil 1: Wenn einem das Leben über den Kopf wächst!

Fühlen Sie sich erschöpft und überfordert mit Ihrer Situation, weil Sie sowohl Kind und Arbeit als auch Ihr Privatleben gleichzeitig unter einen Hut bringen sollten? Haben Sie das Gefühl Sie rennen von einem ins andere und doch kommen sie zu nichts und wissen nicht mehr wo ihnen der Kopf steht?

Dieses Gefühl tritt auf, wenn Menschen in eine emotionale aber auch physisch belastende Situationen geraten und kann zu einem Burnout führen!

Über das Thema Burnout haben wir bereits im Juli WEEKEND 2016, berichtet und welche Symptome dabei auftreten können.

In unserem heutigen WEEKEND geht es vor allem um die Überforderung eines Elternteils.

Der Druck der Gesellschaft, den man als Mutter oder Vater bestehen muss, wird heute gerne unter den Teppich gekehrt und jeder zeigt sich nach aussen organisiert, als wäre das ein leichter Spaziergang, denn schliesslich schaffen das die anderen auch. Man möchte nicht aus dem Rahmen fallen und zugeben, dass man endlich auch Zeit für sich braucht, denn wer möchte schon als überfordert bezeichnet werden.

Es gehört viel Mut dazu, sich einzugestehen, dass man alleine mit der Situation nicht mehr klarkommt, denn die Probleme lösen sich nicht von alleine und bringen weitere Baustellen.

Es ist absolut in Ordnung, wenn Sie als Eltern auch mal sagen, dass Sie Zeit für sich selber brauchen, um mal durchatmen zu können und sich neu zu fokussieren. Ihre Situation kann nur dann zum Positiven verändert werden, wenn Sie Ihren inneren Bonsai stärken und etwas für sich selber tun, was Ihnen Freude macht. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Hobby weiterpflegen und sich als Frau oder als Mann wohlfühlen mit Ihrem Innern aber auch Äusseren.

Auseinandersetzungen zwischen Paaren, die sich in einer Trennung befinden, gleichen oft einem emotionalen Gewitter. Jeder erlebt diese auf unterschiedliche Weise. Das gesamte Leben der Familie wird auf den Kopf gestellt. Für Kinder ist die Trennung von Eltern aber auch die Unausgeglichenheit eines Elternteils schwer nachvollziehbar. Sie geraten „zwischen die Fronten“. Sie suchen nach Halt, welchen sie aber aufgrund der Situation nicht bekommen. Dies kann besonders bei Kleinkindern bis ins Kindergartenalter massive Folgen haben. Die Probleme des Elternpaares stehen im Vordergrund und das Kind wird nicht mehr gleich wahrgenommenen. Es beginnt auf seine Art dies zurück zu fordern, was dazu führen kann, dass das Kind nur noch damit beschäftigt ist den Verlust auszugleichen. Dies könnten dann auch Hinweise sein, die Auswirkungen haben, auf die Entwicklung (Sprache – Motorik) und alles einfach langsamer vorangeht. Im Kindergarten wird das als Auffälligkeit bezeichnet, da klare Anforderungen bestehen, die das Kind mitbringen sollte, nicht nur dass es selbständig auf die Toilette gehen soll und keiner Windeln mehr bedarf. Im Kindergarten wird daher eine enge Zusammenarbeit mit einer Heilpädagogin gepflegt, die beim Kindergarteneintritt alle Kinder abklärt, dass passiert in den ersten 3 – 6 Monaten. Sollte das Kind gewisse Auffälligkeiten zeigen, wird die Heilpädagogin nach Ihrer Abklärung eine Empfehlung abgeben, z. Bsp. Logopädie oder auch je nach Entwicklung des Kindes eine weitere Abklärung bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Damit beginnt das Hamsterrad für den Elternteil, bei dem das Kind lebt. Diese neue Herausforderung, in Form von Terminabklärungen- und Wahrnehmungen, ist sehr kraftraubend und auch nicht so einfach zum verdauen, dass das eigene Kind aus dem sogenannten Rahmen fällt. Diese Situation wird bei vielen Arbeitgebern leider nicht immer toleriert und kann bis zur Arbeitslosigkeit führen, was schliesslich zu Existenzängsten führen kann. Der pausenlose Druck als alleinerziehende Mutter oder alleinerziehender Vater dem Kind 24 Std. – 365 Tage gerecht zu werden, ist eine Höchstleistung, die bis heute nicht anerkannt wird und leider gibt es gerade bei den Sozialämtern Menschen, die für so eine Situation Unverständnis haben. Es wird von den Sozialhilfebezügern klar erwartet, dass Sie mind. eine 50% Arbeitsstelle annehmen, was in so einer Situation nicht möglich ist, da es nicht dem Kindeswohl dient, da es gerade in dieser Zeit starke Zuwendung braucht.

Damit wird der Druck noch weiter erhöht und nach der Verfügung folgt eine Einsprache und weiterer Papierkrieg. Die notleidende Person kommt nicht mehr zur Ruhe und kann in eine Depression fallen oder auch in ein Burnout. Als wäre es nicht schlimm genug, dass Ihr Kind im Kindergarten abgeklärt wird und überfordert ist, dann wird auch noch von der einen oder anderen Person, die Situation verharmlost mit Bemerkungen wie: „Ihr Kind hat keine Entwicklungsstörung, das ist normal und Sie wollen nur nicht Arbeiten! „Asperger ist doch keine Herausforderung, Sie müssen sich einfach besser Organisieren und haben ja Eltern, die schauen können“!

Das Holen und Bringen gleicht einem Spiessrutenlauf, da das Kind bis 11 Uhr abgeholt werden muss und gewisse Tage nicht im Kindergarten ist, sondern an weiteren Abklärungen teilnehmen muss. Dass hier eine Arbeit anzunehmen nicht möglich ist, sollte jedem klar sein und dies gerade bei Alleinerziehenden, die ohne Familie sind. Wenn die Situation so zutrifft wird mit grosser Wahrscheinlichkeit dies auch schriftlich vom Psychologen bestätigt, der einen Bericht über das Kind verfassen wird und damit ein Gesuch beim Kanton beantragt werden kann, für eine Heilpädagogin, die das Kind im Kindergarten betreut oder das Kind in eine spezielle Einrichtung darf, wo man seinen Bedürfnissen gerecht werden kann. Diese Kosten der Abklärung trägt die Gemeinde sowie der Kanton, daher ist es wichtig Kinder nicht aus dem Kindergarten zu nehmen, da sonst keine Unterstützung gewährt wird. Auch wenn diese Zeit sehr hart ist, denken Sie daran das Sie Ihrem Kind einen Gefallen machen, denn ohne proffessionelle Unterstützung wird die Situation nächstes Jahr wieder die gleiche sein und für das Kind ist dieses Ein- und Austreten auch sehr prägend.

In einer guten Spielgruppe können evt. einige Auffälligkeiten bereits abgeklärt werden, aber die meisten Spielgruppenleiterinnen haben da zu grossen Respekt davor, Eltern eine Heilpädagogin oder auch Logopädie zu empfehlen, da einige Eltern dann dies sehr persönlich nehmen, dass ihr Kind anders sein sollte und das Kind schliesslich aus der Spielgruppe nehmen. Je nach Kulturkreis gibt es auch Eltern, die keinen Sinn darin sehen, Ihr Kind in eine Spielgruppe zu bringen, da die Mutter zu Hause ist und der Vater arbeitet. Ihre Einstellung ist: „Für was also Geld ausgeben, für ein wenig spielen“. In einigen Kantonen ist der Besuch einer Spielgruppe klar geregelt und zum Teil in einigen Gemeinden auch subventioniert. In anderen Gemeinde sieht man die Spielgruppen eher als Betreuung und nicht als Förderung. Äusserungen wie: „Spielgruppen sind nur für Eltern, die arbeiten“, sind nicht erfunden, sondern aus einer wahren Geschichte und gerade in diesem prägenden Alter von 0 –4 Jahren gibt es keine grosse Unterstützung und man muss selber schauen wo man bleibt.

Vielleicht sind Sie in so einer Situation oder kennen jemanden aber was nun, es gibt doch sicher Organisationen die dafür zuständig sind?
In einigen Gemeinden gibt es Organisationen oder Ämter, aber auch hier ist es stark unterteilt und dazu kommt dann noch oft die Angst und die Überforderung, dass man einfach nicht mehr kann und genau hier setzen wir neutral mit Ihnen gemeinsam an!

Wir von Protected Child unterstützen Sie im Rahmen unserer Möglichkeiten und bieten in unserem Verein diverse Angebote an, um Sie zu entlasten. Zusätzlich haben Sie in unserer Selbsthilfe Gruppe die Gelegenheit sich auszutauschen und so einen anderen Blick für die Situation zu bekommen. In unserer Gruppe thematisieren wir:  «Die Auseinandersetzungen zwischen Paaren – Trennungen – Familie – Kind», sowie dessen Folgen, bis zum Leben mit dem Existenzminimum.

Sobald Ihr emotionaler und zeitlicher Druck minimiert wird, ergibt sich eine positive Auswirkung für Sie und Ihr Kind. Gerade bei Kindergarteneintritt wo das Kind Auffälligkeiten zeigt, aber auch bei Trennungen, muss man das Kindeswohl in den Vordergrund stellen, denn Kinder nehmen das anders wahr und nicht wie wir Erwachsenen, die bereits vom Leben geprägt sind. Für das Kind ist es daher sehr wichtig, mit beiden Elternteilen eine neutrale sowie positive Beziehung aufzubauen und nicht mithören zu müssen, dass einer der Elternteile böse oder schlecht ist. Solche Äusserungen verwirren das Kind und auch muss für das Kind klar sein, wer die Mama oder der Papa ist, denn es sind keine Rollen, die man nach Lust und Laune verteilt.

Unser Fokus gilt Ihrem Kind, dass es in dieser Lebensphase in einem geborgenen Umfeld aufgefangen und in seiner Entwicklung gefördert sowie stabilisiert wird. Es lernt besser mit der Trennungssituation der Eltern umzugehen.

Ausserdem bieten wir beiden Eltern regelmässige Gespräche an, um Sie zu informieren, wie Ihr Kind sich in unserer Spielgruppe entwickelt, um rechtzeitige Förderungsmaßnahmen ergreifen zu können, die Ihrem Kind im Kindergarten zugutekommen.
Wir geben wertvolle Tipps, die für Ihr Kind wichtig sind und vermitteln zwischen den Eltern für ein harmonisches Miteinander, zum Wohle des Kindes. Wir sind bemüht dieses Ziel gemeinsam mit den Eltern zu erarbeiten, da Kinder beide Elternteile brauchen und nicht in den Konflikt der Eltern geraten dürfen. Bedenken Sie immer, dass Sie Ihr Kind emotional durcheinanderbringen und es nicht dem Interesse des Kindes dient, wenn Sie das Besuchsrecht für den Ex-Partner verweigern oder nicht regelmässig wahrnehmen. Ihr Kind verliert das Vertrauen und damit den Bezug zu einem Elternteil. Kinder suchen sich oft im Umfeld Personen, die sie als Mutter oder Vater Ersatz ansehen, weil dieser Teil fehlt oder haben einen imaginären Freund mit dem sie diesen Verlust sehr intensiv und auf Ihre Weise verarbeiten.

In unserem Blog „ELTERN ABC“ haben wir im August 2016 über das Thema: Magische Phase berichtet. Es geht um imaginäre Freunde, die viele Kinder haben und diese Zeit ist auch normalerweise beschränkt. So wie diese Freunde erschaffen wurden, so gehen Sie auch von alleine wieder, wenn Ihr Kind dafür bereit ist. In gewissen Lebensabschnitten ist das ein Schutz um damit besser umzugehen, das kann z.Bsp. eine Trennung der Eltern sein. Jedes Kind reagiert anders und benötig andere Unterstützung, die individuell angepasst werden muss.

Um diese Unterstützung optimal zu gestalten, nehmen wir uns Zeit um mit den Betroffenen die Situation anzuschauen und uns genauer über die ganzen Verhältnisse zu informieren, in was für einer Situation die ganze Familie steckt und wo wir sinnvoll ansetzen können. Das Gespräch soll auch dazu dienen ein nötiges Vertrauen aufzubauen zwischen den Betroffenen und uns, aber auch um evt. schon erste Tipps zu geben oder erste Entlastungen anzubieten (wenn gewünscht).

Im zweiten Teil steht das Kind im Mittelpunkt.

Während zwei bis drei Besuchen in unserer Spielgruppe, hat das Kind die Möglichkeit mit den Kindern zu spielen, aber auch uns kennen zu lernen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass unsere ausgebildeten Erzieherinnen mit gezielten Angeboten (Spiele, Bastelarbeiten usw.) aber auch mit individuellen Spielen und Übungen, mit dem Kind, den Entwicklungsstand festzustellen. Was dazu dient das Kind professionell aufzufangen und gezielt für den Alltag zu stärken. In diesem prägenden Alter ist es wichtig, dass beim Kind der innere Bonsai, also das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, gut gestärkt wird und es sich mit Freude den Herausforderungen, die seine Entwicklung mitbringt, stellen kann ohne sich mit der Situation der Erwachsenen zu belasten.

Geht es ihrem Kind/ ihren Kindern gut sind auch sie freier sich ihren Herausforderungen zu stellen, die Ihre Situation mitbringt.
Während dem Ihr Kind bei uns in guten Händen ist, bietet sich die Gelegenheit mit Personen aus unserem Team weitere Gespräche zu führen und dabei immer wieder zu schauen, was sich verändert hat.

Bei extremen Notsituationen, stellen wir der Familie sogenannte Begleitpersonen zur Seite, welche die Möglichkeit haben, die Familie direkt vor Ort zu unterstützen mit Gesprächen und Tipps, damit die Situation überschaulich wird und das Chaos geordnet werden kann. Diese Person, die eine vorübergehende Begleitfunktion übernimmt, wird aus unseren SOS Aktiv-Mitgliedern ausgewählt. Diese Mitglieder bringen die nötigen menschlichen Qualifikationen sowie auch Erfahrungen mit, die für diese spezielle Situation benötigt werden. Wir achten dabei darauf, dass die Begleitperson in der näheren Umgebung der notleidenden Familie wohnt. Dieser Einsatz dient nur als Unterstützung bis die Situation soweit aufgeklärt ist. In dieser Betreuungszeit wird alles schriftlich festgehalten und als Dossier abgelegt.

Über solch einen Einsatz werden wir im 2. Teil von unserem WEEKEND im September Berichten mit der Homestory: Mama sagt: „Dinosaurier weinen nicht“!

Weiter besteht noch die Möglichkeit, dass sich eingetragene Mitglieder, als Götti und Gottis zu Verfügung stellen können. Diese bedürftigen Kinder, kommen in der Regel aus Armutsfamilien oder haben nur einen Elternteil. Unsere Paten und Patinnen, treffen alle 14 Tage Ihr Protected Child Kind beim Spiel- und Spass Nachmittag für 3 Std. Die Kinder sind im geschützten Rahmen und werden von den Eltern gebracht und auch abgeholt. Die Eltern übernehmen in der Regel, die Kosten für den Spiel- und Spassnachmittag, aber es kann auch von dem zukünftigen Protected Child Paten gesponsert werden, der diese Aufgabe ehrenamtlich für mindestens 6 Monate übernimmt.

Unsere Paten und Patinnen müssen sich im Klaren sein, dass Sie zu einer Vertrauens- und Bezugsperson werden. Mit dem Spiel- und Spass Team unternehmen die Kinder sowie die Paten und Patinnen kreative aber auch aktive Programme drinnen und draussen, die das Kind fördern. Bei der Eingewöhnungszeit ist die Mutter oder der Vater mind. 2-3-mal dabei, um auch einen passenden Paten zu finden. Die Sympathie zwischen Kind, Mutter/Vater und Paten ist wichtig, damit das Projekt langfristig Erfolg hat. Dadurch entsteht eine Entlastung für die betroffene Person und das Kind hat die Möglichkeit während dieser Zeit aus der Situation auszubrechen. So entsteht eine Entspannung von beiden Seiten was eine positive Auswirkung auf alle hat. Bestimmt sind die Probleme so nicht aus dem Weg geschafft doch bekanntlich ist:“Geteiltes Leid, halbes Leid“. Darum fassen sie Mut und werden Sie Mitglied in unserem Verein. Schenken Sie einem Kind wie Noah, ein Stück vom Regenbogen, über den wir im nächsten WEEKEND, im 2. Teil, berichten werden.

Über die Götti /Gotti Funktion können Sie gerne unter Verein – Mitgliedschaft mit uns Kontakt aufnehmen und eine Bewerbung senden.

Mit jeder Jahresmitgliedschaft gehen direkt CHF 5.00 in unsere Spielgruppe Panda, die wir mit diesen Geldern so subventionieren können für Kinder aus Armutsverhältnissen.


Wir freuen uns über ein Feedback und ein LIKE auf unserer Homepage www.protectedchild.ch sowie auf unserer Facebook-Fanseite. Zudem gibt es unsere Facebook-Gruppe «Protected Child Community», wo ihr alle unsere Beiträge nachlesen und euch darüber austauschen könnt.

Team Protected Child

(Copyright Bild: www.pixabay.com)

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