Zum 2. Advent starten wir mit der Fortsetzung zu unserem 4-teiligen Weekend Bericht über die Geschichte der Schokolade.

Letztes Mal sind wir zurück zum Ursprung des Kakaos gereist und haben uns angeschaut was Kakao überhaupt ist und über den Ursprung erzählt. Der Kakao wurde, wie wir im ersten Teil erfahren haben, bitter und scharf getrunken.

Heute gehen wir weiter und schauen uns an wie der Kakao den Weg nach Europa fand und dazu reisen wir zurück in das Jahr 1492.

Der Kakao kommt nach Europa:

1492 n. Chr. entdeckt Christoph Kolumbus Amerika und eine Reihe von Inseln, die dem mittelamerikanischen Kontinet vorgelagert sind. Kolumbus unternimmt insgesamt 4 Reisen nach Amerika, wovon für unsere Geschichte, die letzte Reise auch die Bedeutendste ist, da er zum ersten Mal mit der Kakaofrucht in indirekte Berührung kam. Allerdings konnte er zu dieser Zeit noch nichts damit anfangen, da für Ihn die Reise kein Erfolg war. Kolumbus hatte nur ein Ziel und erhoffte sich den Seeweg nach Asien zu finden, was ihm Zeitleben verwehrt blieb. Welcher wahre Schatz also die Kakaobohne wirklich war, dass war dem Admiral Kolumbus nicht bewusst.

Auf Kolumbus vierter Reise, die am 9. Mai 1502 begann und ihn am 15. August 1502 nach Guanaja führte, machte er eine unglaubliche Beobachtung, die Ihm aber eher ein Kopfschütteln verursachte, statt seine Neugier zu wecken. An diesem Tag traf der Admiral auf ein vollbeladenes Handelskanu der Maya. Kolumbus lies das Kanu entern, da er natürlich auf eine Reiche Beute hoffte wie z. Bsp. Gold. Seine Besatzung brachte die Ladung auf seine Karavelle (zwei- bis viermastiger Segelschifftyp des 14. bis 16. Jahrhunderts).

Dies könnte man als Piraterie bezeichen, denn Seeräuber sind ja bekannt dafür, dass sie andere Schiffe entern und alles an sich reissen. Aber Kolumbus würde sich natürlich nie als Pirat bezeichen, da er seine Mission als was Gerechtes ansah. Welches Leid er aber verursachte und welche Grausamkeiten und Krankheiten die Ureinwohner ertragen mussten, dass ist eine andere Geschichte.

Die Spanier beobachteten nur, dass wo immer eine Kakobohne heruntefiel, sofort die Eingeborenen sich demütig bückten, um diese aufzuheben. Warum diese Indianer also diesen seltsamen Bohnen soviel Bedeutung schenkten, war für Kolumbus unverständlich und fragen konnte er ja nicht, da hier auch Mangels eines Dolmetscher, der wahre Wert verborgen blieb. Daher schüttelte er nur den Kopf und belächelte das Verhalten und gab diesen Bohnen keine grosse Bedeutung. Kolumbus hat nie selbst Schokolade probiert und kam somit nie in den Genuss des exotischen Getränks. Wahrscheinlich wurden aus dieser Unwissenheit die Kakaobohnen über Board geworfen.

Den wahren Schatz der Kakakobohne endeckten aber die Spanier unter der Führung von Hernan Cortés mit der Eroberung und Besiedlung der „neuen Welt“. Hernan Cortés begann im Jahre 1519 mit der Eroberung des Aztekenreiches im heutigen Mexiko. Die Eroberung endete 1521 mit dem Sieg der Spanier und sie begannen zu erkennen, welche grosse Bedeutung der Kakao für die Maya und Azteken hatte.

Eine besondere Sache war, dass die Kakaobohnen als Zahlungsmittel galten und benutzt wurden. Dies übernahmen die Spanier und diese Funktion behielten die Bohnen auch noch lange während der spanischen Kolonialzeit.

Im 16. Jahrhundert brachte der spanische Eroberer Cortés dann die Kakaobohne erstmalig nach Europa an den spanischen Königshof. Das Getränk fand allerdings anfangs nur wenig Anklang, da Kakao an sich keine eigene Süsse enthält. Deshalb begannen sie mit Honig und Rohrzucker zu experimentieren und so kamen sie auf den Geschmack. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann sich die Schokolade immer mehr am spanischen Hof und beim spanischen Adel durchzusetzen und wurde so zu einer Art spanischem Nationalgetränk, dass bis heute zum traditionellen spanischen Frühstück gehört.

Nachdem die Schokolade bereits seit einiger Zeit Spanien erreicht hatte, brauchte es noch seine Zeit bis der Handel mit den Bohnen richtig in Schwung kam. Die erste bekannte Schiffsladung Kakao verschiffte erst im Jahre 1585.

Nach Spanien kam die Schokolade um 1644 nach Italien und danach nach Frankreich. Dann um etwa 1650 erreichte sie England. 1655 eroberten englische Truppen Jamaika und die dort von den Spaniern errichteten Kakaoplantagen wurden zu den Hauptlieferanten Englands.

Die Meinungen über die Schokolade gingen immer wieder auseinander, aber trotzdem wurde sie als gesund und nahrhaft anerkannt, auch weil sie gesundheitsfördernde Gewürze enthielt, die zum Beispiel gegen Magenschmerzen und Koliken halfen. Die Schokolade setzte sich bald als das beliebteste Getränk der europäischen Elite durch, dies wohl hauptsächlich wegen des angenehmen Geschmacks.

Schokolade als Luxusgut

Durch die anspruchsvolle Verarbeitung des Kakaos von Hand, war der Ertrag relativ gering und so konnten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein nur die Reichen Schokolade leisten. Das Getränk war vor allem dem Adel entstammenden erwachsenen Männern vorbehalten. Diese erhielten Kakao auch als Grabbeilage. Da Kakao als berauschendes Lebensmittel galt war es, nach Ansicht der Azteken, für Frauen und Kinder ungeeignet.

Erst als die Maschinen zur Verarbeitung des Kakaos erfunden wurden und somit die Erträge stiegen, konnten sich auch niedrigere Bevölkerungsschichten Schokolade leisten. So wurden dann im 19. Jahrhundert zahlreiche Schokoladenfabriken gegründet.

Erst 1848 brachte eine englische Firma die erste essbare Schokolade auf den Markt, vorher konnte man Schokolade nur trinken.

Zum Schluss:

Zum Abschluss des 2. Teils der Schokoladen-Geschichte hier noch zwei Rezepte, wie früher in Frankreich und Spanien die Schokolade, genauer gesagt trinkfertige Schokolade, gemacht wurde. Diese Rezepte wurden 1692 von einem gewissen M. St. Disdier veröffentlicht. Hier wird beschrieben wie sie die Schokolade dann gemacht haben. Ich denke aber, dass es durchaus möglich ist die trinkfertige Schokolade auch heute noch so ähnlich herzustellen, indem man einfach entweder fertiges Kakaopulver oder gekaufte Schokoladentafeln nimmt und die Gewürze erst beim Aufkochen dazu gibt.

Schokolade nach französischer Art (Zutaten):

  • 900 g Kakao
  • 680 g Cassonade (Zucker)
  • 20 g Vanillepulver
  • 15 g Zimtpulver

Schokolade nach spanischer Art (Zutaten):

  • 900 g Kakao
  • 450 g feiner Zucker
  • 9 g Zimt
  • 7 g Nelkenpulver
  • 7 g Chilischoten
  • 35 g Vanille

Damalige Zubereitung beider Rezepte:

Die vorbereiteten und gerösteten Kakaobohnen wurden auf einem erwärmten Stein zermahlen. Dabei entstand eine pastöse Kakaomasse, unter die dann die Gewürze gemischt wurden. Diese Masse wurde dann getrocknet und so entstand eine Art „Instantschokolade“, die bei ordnungsgemäßer Lagerung haltbar und leicht weiterzuverarbeiten war. Damit aus der getrockneten Kakaomasse dann  trinkfertige Schokolade wurde, kochte man 140 bis 205 ml Wasser mit 35 g Zucker auf, gab die getrocknete Masse stückchenweise hinzu und verquirlte das Ganze kräftig. Laut Disdier wird der Schokoladenschaum auf der Schokolade noch besser, wenn man die Schokolade nach dem Aufkochen sieden lässt.

Im nächsten Weekend Beitrag fahren wir weiter mit unserer Reise und werden einen Stopp in Deutschland (17. Jahrhundert) machen. Weiter werden wir über ein aktuelles und sehr emotionales Thema berichten, dass unseren Bericht zu Adventszeit auch erklärt, warum wir über das Thema Schokolade schreiben.

Wir wünschen einen besinnlichen 2. Advent!


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Team Protected Child

(Copyright Bild: www.google.ch/kakaobohnen)

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