Magische Phase

Gepostet am 11. Aug 2016 in der Kategorie Eltern-ABC


Im letzten Eltern Abc haben wir ein Thema aufgegriffen, das eher die jüngeren Kinder betrifft. Es ging um den Nuggi. Heute möchten wir über ein Thema berichten, welches in der Altersstufe etwas weiter geht.

Wir schreiben über die „magische Phase“.

Diese durchlebt jedes Kind auf der Welt und sie gehört zum normalen sozialen und emotionalen Entwicklungsprozess und spielt ebenfalls eine grosse Rolle in der Entwicklung des Denkens (Kognition).

Die magische Phase tritt zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr auf und dauert je nach Kind länger oder weniger lang. Sie dient als Übergangsphase, um die reale Welt nach und nach kennen zu lernen, Zusammenhänge zu knüpfen und zu einem gesunden „Ich“ zu finden. Die Kinder müssen diese Phase durchleben, damit sie ihre Umwelt verstehen und begreifen lernen. Denn in der magischen Phase haben die Kinder noch keine Vorstellung über Ursachen und Wirkungen ihrer Umwelt. Sie kennen das Verhältnis ihrer eigenen Körpergrösse zu anderen Grössen und Abmessungen noch nicht.

Typisch für die magische Phase ist auch, dass das was die Kinder sind und sein wollen, täglich wechseln kann je nach Helden oder Vorbilder, die sie zurzeit gerade beschäftigen.

Ebenfalls typisch für die magische Phase ist, dass Kinder in dieser Zeit einen unsichtbaren Freund haben. Der gehört zur Phase dazu und kann das Kind sehr lange begleiten und ihm auch in Angst-Situationen helfen. All diese Punkte tragen dazu bei, dass sich bei Kindern gewisse Ängste entwickeln, die bei uns Eltern manchmal fälschlicherweise als Verweigerungstaktik verstanden werden.

Gift für jedes Kind in der magischen Phase sind Sätze wie: „Du hast zu viel Phantasie“, „Dass du mich schon anlügen musst in deinem Alter….!“ oder „Stell dich doch nicht so an!“

Um aufzuzeigen, wovon ich schreibe, folgen nun zwei Beispiele:

  1. Ich will nicht alleine schlafen:
    Die dreijährige Selma wird von den Eltern zu Bett gebracht. Es ist Sommer, das Fenster steht offen, draussen auf der nahen Weide sind Kuhglocken zu hören. Als die Eltern das Zimmer verlassen wollen, weint Selma, weil sie denkt, dass die Kühe durchs offene Fenster zu ihr ins Zimmer kommen könnten. Da sie noch nicht weiss, dass eine Kuh viel zu gross ist, um durch ein Fenster zu passen, beschäftigt sie dieser Gedanke wirklich so sehr, dass sie nicht alleine im Zimmer bleiben möchte.
  2. In den Himmel werfen:
    Der dreijährige Michael spielt mit seiner Freundin mit einem Ball. Seine Freundin kommt auf die Idee zu schauen wer den Ball am höchsten werfen kann und findet, sie werfe den Ball nun bis in den Himmel. Darauf ist Michael ganz entsetzt, weil er denkt, dass dann die Sonne, der Mond und die Sterne vom Ball getroffen werden.

An diesen Bespielen seht ihr, dass Kinder in der magischen Phase in einer eigenen Welt mit eigenen Gesetzmässigkeiten leben, welche für uns Erwachsenen kaum nachvollziehbar sind.

Begegnet euren Kindern in dieser Zeit mit Respekt, viel Geduld und nehmt ihre Ängste ernst. Sie werden euch dankbar und gut auf die reale Welt vorbereitet sein.


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Team Protected Child

(Copyright Bild: www.pixabay.com)

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Autorin: Ursula

11. Aug 2016

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