Mama macht das schon?!

Gepostet am 25. Sep 2017 in der Kategorie Eltern-ABC


Im heutigen Eltern ABC möchte ich euch da draussen einen Denkanstoss geben. Ich arbeite in einer Kindertagesstätte (Kita) auf einer reinen Kindergarten- und Schulkinder-Gruppe. Wir betreuen da Kinder ab 4 Jahren, also Kindergarteneintritt bis ca. 14-jährig.

Ich bekomme von den Kindern oft Sätze zu hören, wie: „Es hat mir niemand geholfen, dran zu denken die Hausaufgaben einzupacken, darum habe ich sie nun nicht dabei…“ oder „Es hat mir niemand gesagt, dass ich vor dem Essen Hände waschen muss…“ Dies gibt mir sehr zu denken, denn dies sind Dinge, die ich von einem Schulkind definitiv erwarte und man auch erwarten darf. Sie sind oder sollten zumindest in der Lage sein, selbst daran zu denken und die Verantwortung für ihre Dinge zu übernehmen. Wie kommt es dazu, dass sie finden, dasss das alles die Aufgabe von Mama oder Papa ist?

Ich habe selbst ein Kind und weiss, dass man in die Versuchung geraten kann, dem Kind alles abzunehemn und ihm auf seinem Lebensweg alle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Denn wir lieben unsere Kinder, logisch, und das ist ja auch gut so! Dennoch ist es kontraproduktiv, das Denken für die Kinder zu übernehmen und ihnen selbst keine Verantwortung zuzumuten.

Unsere Kinder sollen zu gesellschaftsfähigen Menschen heranwachsen, müssen auch mal negative Erfahrungen machen, müssen mal frustriert sein, denn nur so können sie daraus lernen und einen Weg finden, damit umzugehen. Zudem stärkt es das Selbstbewusstsein der Kinder, wenn wir ihnen etwas zutrauen und ihnen altersentsprechend Verantwortung abgeben. Die meisten Kinder übernehmen nämlich sehr gerne ein wenig Verantwortung, wenn wir sie lassen…

In der Kita sehe ich dies sehr gut. Da wir Kinder innerhalb einer recht grossen Alterssspanne betreuen, können wir die grösseren gut einspannen und sie animieren den Kleineren zu helfen. Sie lassen sich auch gerne in die Betreuung der Babys auf der Babygruppe einbeziehen, sie machen es gerne, sie merken, dass wir ihnen dies zutrauen und werden so selbstsicherer. Für uns Mütter ist es doch auch eine Entlastung, wenn wir wissen, dass unsere Kinder sehr wohl denken, Entscheidungen treffen, abwägen und Verantwortung für sich selbst tragen können.

Also hört auf, ab einem gewissen Alter (und wir Mütter spüren sehr genau, wann dieses Alter bei unseren Kindern eingetroffen ist) immer noch für euer Kind zu denken, zu Handeln und zu Entscheiden. Gebt ihnen altersgerechte Entscheidungsfreiheit, gebt ihnen ein Stückchen Verantwortung ab und lasst sie aber auch mit den Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidungen leben und umgehen.

Ein Beispiel: Für den morgigen Tag ist Regen angesagt, ihr wollt eurem Kind Regenkleidung mitgeben. Es weigert sich aber strikte, diese einzupacken. Na und? Es wird regnen, das Kind wird nass…tja das nächste Mal wird es die Regenkleidung freiwillig mitnehmen. Die Kinder müssen lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat, damit sie daraus lernen könnnen.

Ein bekannter Familientherapeut hat einmal gesagt, dass das Wort „erziehen“ mit „begleiten“ ersetzt werden sollte. Wir Eltern haben „nur“ die Aufgabe unsere Kinder durchs Leben zu begleiten, immer zur Stelle zu sein, wenn etwas schief geht, hinter ihnen zu stehen, auch wenn sie einmal eine Fehlentscheidung getroffen haben. Die Dinge wieder gerade biegen, das sollten wir aber nicht für sie übernehmen, sondern wir lassen es die Kinder selbst tun mit uns Eltern an ihrer Seite mit unserer Unterstützung/Begleitung und Lebenserfahrung.

Dieser Gedanke gefällt mir persönlich sehr, dass ich meine Tochter durchs Leben begleite und sie aber auch ihre eigenen Erfahrungen machen lasse…immer für sie da bin, wenn sie etwas braucht, ihr aber nicht alles abnehme und sie auch mal stolpern lasse…meine Aufgabe ist es nicht, den Stein aus dem Weg zu räumen, sondern sie nach dem Sturz aufzufangen.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Begleiten eurer Kinder!


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Team Protected Child

(Copyright Bild: www.google.ch)

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Autorin: Ursula

25. Sep 2017

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