Von der Geburt an beschützen wir unsere Kinder vor allem, was ihnen schaden könnte. Wir sorgen für gesunde Ernährung, bewahren es vor Gefahrensituationen oder regulieren den Umgang mit Dingen und Tätigkeiten, welche die gesunde Entwicklung belasten können.

Immer wieder begegnen uns Kinder – und natürlich sind es oft auch die eigenen – die in bestimmten Situationen «kein Mass» kennen: Das Essen von Süssigkeiten wird erst beendet, wenn keine mehr da sind, das unerlaubte Toben auf dem Bett erst begrenzt, wenn der Sturz eine Beule hervorruft, während das Handy des Teenagers noch angeschaltet neben dem bereits eingeschlafenen Nachwuchs liegt – sofern die Eltern nicht eingreifen.

In vielen Familien sind Konflikte die Folge, die das Kind zu mehr Mässigkeit auffordern. Strafen und Verbote sind die Folge, die Stimmung am Boden.

Doch sollten wir Eltern uns in diesem Moment nicht eher fragen, warum das Kind keine Mässigkeit kennt? Die liebevolle, doch oft strenge Regulierung des Erlaubten gibt dem Kind nicht die Möglichkeit, die Mässigkeit zu erlernen.

Den geeigneten Zeitpunkt finden

Der richtige Zeitpunkt zum Erlernen der Mässigkeit ist bei jedem Kind anders. Dennoch sollten wir schon bei Kindergartenkindern hinterfragen, ob wir nicht bereits mit etwas Vertrauen in die Entscheidungskraft des Kindes gehen sollten – in altersgerechten Schritten. Dieses Vertrauen in unser Kind ist notwendig, damit das Kind sich im späteren Leben gut zurecht findet.

Wir als Eltern müssen lernen, loszulassen. Das Kind muss seinen eigenen Weg finden und lernen, selbst zu entscheiden, wann ein «Zuviel» wirklich «zu viel» wird. Damit geben Sie dem Kind Selbstvertrauen und die Fähigkeit, die Konsequenzen des eigenen Handelns einschätzen zu lernen.

In vielen (besonders in ländlichen) Kindergärten wird beispielsweise der Weg zum Kindergarten erst geübt, bevor das Kind im letzten Kindergartenjahr ihn in immer grösser werdenden Etappen selbst bewältigt. Der Umgang mit dem Strassenverkehr wird intensiv geübt. Diese schrittweise Vorgehensweise lässt sich auch für andere Lebensbereiche nutzen.

Vom gelernten Umgang mit Süssigkeiten

Natürlich möchten wir unsere Kinder vor den schädlichen Auswirkungen der aber doch so leckeren Süsswaren schützen. Wie wäre es, mit dem Grundschulkind ein Monats-Kontingent auszuhandeln, das es selbst verwaltet? Lassen Sie das Kind lediglich eine oder zwei Süssigkeitenarten aussuchen, von denen es die «Monatsmenge» erhält, da die Abwechslung den Reiz des bisher Verbotenen/Regulierten aufrecht erhält.

Schenken Sie Ihrem Kind Vertrauen bei der Umsetzung und der Übernahme der Verantwortung bezüglich der möglichen Konsequenzen.

Stürzt sich ihr Kind am ersten Tag auf diese Vorräte, muss es den Rest der vereinbarten Zeit ohne auskommen. So manches Kind wird eventuell auch Bauchweh bekommen – Bauchschmerzen, die dem Kind besser als jede Ankündigung der Eltern verdeutlichen, welche Auswirkung zu viele Süssigkeiten haben können.

Und wie Eltern wissen, kann das «Zuviel» eines Genussmittels einen Menschen für spätere Momente vollkommen von diesem Abbringen. In diesen Fällen ist der übermässige Genuss für die Zukunft durch einen entwickelten Ekel nahezu ausgeschlossen.

In der Regel bieten nur die ersten beiden vereinbarten Zeiträume (wenn überhaupt) Konfliktpotenzial, den Eltern jedoch zugunsten der Entwicklung des Kindes bewältigen sollten. Die meisten Kinder sind jedoch stolz auf das entgegengebrachte Vertrauen und möchten sich dessen würdig erweisen.

Konsequente Umsetzung der vereinbarten Regeln ist dabei von Elternseite nötig, wenn die Vorräte leer sind und Neuverhandlungen beginnen. Vorschüsse und Kontingent-Erhöhungen sollten in diesem Moment nicht zur Diskussion stehen und ebensowenig mit Ersatzbefriedigungen gelindert werden.

Diese mitunter nervenaufreibenden Anforderungen an die konsequenten Vorgehensweise der Eltern sind jedoch ein kleines Opfer im Verhältnis zum nachhaltig erlernten Umgang mit der Mässigkeit für das Kind.

Wenngleich dieser Tipp nicht für jedes Kind geeignet ist, lassen sich doch viele Kinder und Jugendliche auf diese Weise auf einen guten Weg bringen, Mässigkeit für alle Lebensbereiche zu erlernen. Dieser Lerneffekt ist es garantiert wert, um aus jungen, schutzbedürftigen Kindern langfristig verantwortungsvolle Menschen werden zu lassen, die den Verlockungen des Lebens deutlich leichter und mit gesunder Mässigkeit widerstehen.


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Sabrina Kirsten (für Protected Child)

(Copyright Bild: www.pixabay.com)

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Autorin: Sabrina

1. Feb 2016

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